Plädoyer für das Schulfach Eurythmie 



Das Fach Eurythmie ist an Waldorfschulen ab der ersten Klasse zweimal wöchentlich fest im Stundenplan verankert. Was im Bildungswesen seit langem erkannt und diskutiert wird – dass nämlich Bewegung und Kreativität das Potenzial von Schülerinnen und Schülern positiv beeinflussen und den Schulalltag bereichern können – ist an Waldorfschulen bereits etablierte Praxis. Während staatliche Schulen gelegentlich Projekte oder Workshops anbieten, in denen Schüler kreativ mit Bewegung arbeiten können, ist dies an Waldorfschulen ein reguläres Unterrichtsfach. Was ein Luxus!

Als Eurythmielehrer begleiten wir die Schülerinnen und Schüler oft über Jahre hinweg, wodurch eine vertrauensvolle Atmosphäre entsteht. Jede Stunde wird von einer Pianistin oder einem Pianisten mit Livemusik begleitet – ein besonderes Privileg, das echte musikalische Schwingungen erlebbar macht. Wir lernen unterschiedliche Komponisten aus verschiedener Stilepochen kennen und entwickeln zu den musikalischen Vorgaben gemeinsam Choreographien, wobei die Ideen der Schülerinnen und Schüler stets einbezogen werden. Selbiges gilt auch für die Arbeit mit Texten und Lyrik. 

Jahr für Jahr verfeinern die Jugendlichen ihre Bewegungen und ihre räumliche Wahrnehmung. Sie entwickeln dabei eine Körperintelligenz, die sie ihr Leben lang begleitet. Eine ehemalige Schülerin berichtete einmal, dass sie zwar seit der Schulzeit keine Eurythmie mehr praktiziert habe, ihr Körpergefühl dafür aber nach wie vor präsent sei. 

Eurythmie an Schulen ist definitiv ein Erfolgsmodell: Niemand wird ausgeschlossen, die Bewegung fördert Authentizität und stärkt die Gemeinschaft. Selbst wenn es Konflikte innerhalb der Klasse gibt – zweimal pro Woche kommen alle zum gemeinsamen Tanz zusammen. Diese regelmäßige künstlerische Zusammenarbeit schafft echte soziale Prozesse und Verbindungen.

Haito Keller, Isabelle Rennhack 



Hier ist ein Artikel zur Schuleurythmie von Jürgen Frank einem Eurythmielehrer von der Rudolf Steiner Schule Hamburg Bergstedt verlinkt, der den Wert des Faches Eurythmie sehr schön aufzeigt. 

https://www.erziehungskunst.de/artikel/eurythmie-von-der-ich-ag-zum-wir 

Hier ist ein interessanter Artikel zur Entstehung der Eurythmie anlässlich des 100. Geburtstag der Tanzkunst. Verfasst von Michael Leber und Matthias Jeuken, Dez.2012.
https://www.erziehungskunst.de/artikel/zum-100-geburtstag-der-eurythmie

Sind Sie neugierig geworden? Hier ist ein Link zu einem Flyer mit allen Ausbildungsorten für Eurythmie. 

https://www.waldorfschule.de/fileadmin/downloads/walfiisch/Eurythmie-Faltblatt_Mai_2021.pdf 

"Die Folgen der Digitalisierung und Medialisierung können immer wieder den Blick auf die positive Wirksamkeit und die Potenziale des Eurythmie-Unterrichts schärfen: Eurythmie als Bewegungsfach, kann nachhaltig Ausgleich und Entwicklungsmöglichkeiten für Jugendliche bieten, auf allen Ebenen des menschlichen, Wahrnehmens, Erlebens und Handelns.“
Simon Schwaderer, S. 71, aus „ Bewegung und soziales Lernen“. 

Haito Keller und Isabelle Rennhack sind seit über 16 Jahren Kollegen an der FWS Sankt Augustin. Wenn Sie einmal im Eurythmie-Unterricht hospitieren oder mehr Informationen wollen, kontaktieren uns gerne.

SchülerInnen-Feedback

"In der Eurythmie kann ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Durch das Schulfach Eurythmie lernen ich über mich selbst und meine Schüchternheit hinaus zu wachsen. " Paula F. 

SchülerInnen-Feedback

"Durch die Eurythmie bin ich offener für Ideen und Vorschläge geworden. Eurythmie löst in mir das Gefühl von Freiheit aus." Paul B. 

SchülerInnen-Feedback

"Ich schäme mich durch die Eurythmie nicht mehr für meine eigenen Bewegungen. Das hat mich frei gemacht." Fiona D.